Kreisdiagramm

Eine Ameise erklärt der anderen Ameise das Kreisdiagramm – und zeigt auf die Mitte: „Hier geschieht ein Wunder".

Kreisdiagramm - Hier geschieht ein Wunder

Kreisdiagramme sehen auf den ersten Blick wunderbar einfach aus: Ein Kreis, ein paar verschieden große Segmente und schon scheint klar zu sein, wie sich ein Gesamtwert zusammensetzt.

Zumindest meistens.

Manchmal bleibt allerdings die Frage offen, wie genau aus den einzelnen Zahlen plötzlich dieses hübsche Diagramm entstanden ist. Und spätestens wenn die Summe der dargestellten Werte 117 Prozent beträgt, wissen wir:

Hier ist vermutlich ein kleines Wunder geschehen.

Unsere Kreisdiagramm-Grafik greift genau diesen Gedanken auf und darf – wie unser Projektplan und das Gantt-Diagramm – unter der Creative-Commons-Namensnennung-4.0-International-Lizenz frei verwendet werden.

Sie eignet sich zum Beispiel für Präsentationen, Vorträge, Schulungen, Workshops oder immer dann, wenn Zahlen ein wenig Humor vertragen können.

Was ist ein Kreisdiagramm?

Ein Kreisdiagramm stellt Anteile an einer Gesamtheit grafisch dar. Der komplette Kreis entspricht dabei normalerweise 100 Prozent. Die einzelnen Kategorien werden als unterschiedlich große Kreissegmente dargestellt.

Je größer der Anteil einer Kategorie am Gesamtwert ist, desto größer ist auch das entsprechende Segment.

Ein einfaches Beispiel:

Ein Projektbudget von 100.000 Euro verteilt sich auf:

In einem Kreisdiagramm nimmt die Entwicklung entsprechend 40 Prozent des gesamten Kreises ein.

Das Prinzip ist leicht verständlich und genau deshalb gehören Kreisdiagramme zu den bekanntesten Diagrammformen überhaupt.

Kreisdiagramm, Tortendiagramm oder Pie Chart?

Für diese Diagrammart gibt es unterschiedliche Bezeichnungen.

Neben Kreisdiagramm wird im Deutschen häufig der Begriff Tortendiagramm verwendet. Im Englischen ist die Bezeichnung Pie Chart üblich.

Gemeint ist in der Regel dieselbe Grundform: Ein Gesamtwert wird in mehrere Segmente aufgeteilt und deren jeweiliger Anteil dargestellt.

Eine Variante davon ist das Ringdiagramm beziehungsweise Donut Chart. Dabei fehlt die Mitte des Kreises. Dort kann beispielsweise eine Gesamtsumme, eine Kennzahl oder eine zusätzliche Beschriftung dargestellt werden.

Wann eignet sich ein Kreisdiagramm?

Kreisdiagramme funktionieren besonders gut, wenn wenige Kategorien als Anteile einer klar definierten Gesamtheit dargestellt werden sollen.

Typische Anwendungsfälle sind beispielsweise:

Besonders leicht verständlich wird ein Kreisdiagramm, wenn es nur wenige deutlich unterschiedliche Segmente enthält.

Bei drei Kategorien mit beispielsweise 55, 30 und 15 Prozent lässt sich die Verteilung sehr schnell erfassen.

Bei zwölf Kategorien mit Anteilen zwischen 6,3 und 9,7 Prozent eher nicht.

Wann sollte man kein Kreisdiagramm verwenden?

Nur weil sich Daten in einem Kreis darstellen lassen, bedeutet das noch lange nicht, dass ein Kreisdiagramm die beste Darstellung ist.

Problematisch wird es besonders dann, wenn sehr viele Kategorien dargestellt werden sollen oder die Werte sehr dicht beieinanderliegen.

Menschen können die Länge von Balken normalerweise leichter miteinander vergleichen als die Winkel und Flächen mehrerer ähnlich großer Kreissegmente.

Ein Balkendiagramm ist deshalb häufig übersichtlicher, wenn einzelne Werte exakt miteinander verglichen werden sollen.

Auch Zeitverläufe gehören normalerweise nicht in ein Kreisdiagramm. Wer zeigen möchte, wie sich Besucherzahlen, Umsätze oder Kosten über mehrere Monate entwickelt haben, ist mit einem Linien- oder Säulendiagramm meist besser beraten.

Die wichtigste Regel: Der Kreis entspricht 100 Prozent

Eigentlich klingt es selbstverständlich:

Ein vollständiger Kreis entspricht 100 Prozent.

Trotzdem entstehen gerade hier erstaunlich kreative Diagramme.

Wenn einzelne Prozentwerte aus unterschiedlichen Datenquellen stammen, Kategorien doppelt gezählt werden oder Werte falsch berechnet wurden, ergibt die Summe möglicherweise plötzlich mehr oder weniger als 100 Prozent.

Spätestens dann sollte man nicht versuchen, die Daten mit besonders geschickten Kreissegmenten passend zu machen.

Besser ist es, noch einmal nachzurechnen.

Ansonsten benötigt das Diagramm womöglich tatsächlich ein Wunder.

Typische Fehler bei Kreisdiagrammen

Neben mathematischen Überraschungen gibt es einige weitere Klassiker.

Zu viele Segmente

Ein Kreisdiagramm mit zwei bis fünf Kategorien kann sehr übersichtlich sein.

Mit 15 verschiedenen Segmenten entsteht dagegen schnell eine bunte Pizza, bei der niemand mehr erkennt, welcher Anteil eigentlich größer ist.

Ähnliche Werte

Sind mehrere Segmente fast gleich groß, lassen sie sich visuell nur schwer miteinander vergleichen.

In diesem Fall ist ein Balkendiagramm häufig verständlicher.

Dreidimensionale Darstellung

3D-Kreisdiagramme sehen manchmal beeindruckend aus, können die Wahrnehmung der tatsächlichen Größenverhältnisse aber verzerren.

Ein Segment im Vordergrund wirkt möglicherweise größer, obwohl beide Werte identisch sind.

Für eine möglichst klare Datendarstellung ist deshalb ein einfaches zweidimensionales Kreisdiagramm meistens die bessere Wahl.

Fehlende Beschriftungen

Ein schönes Diagramm hilft wenig, wenn niemand weiß, welches Segment wofür steht.

Kategorien und Werte sollten deshalb eindeutig beschriftet werden.

Kreisdiagramm erstellen: Welche Tools eignen sich?

Für ein einfaches Kreisdiagramm benötigt man keine spezielle Statistiksoftware.

Programme wie Microsoft Excel, Google Sheets oder LibreOffice Calc können Kreisdiagramme direkt aus einer Tabelle erstellen.

Dazu reichen normalerweise bereits zwei Spalten:

Kategorie Wert
Entwicklung 40
Personal 30
Marketing 20
Sonstiges 10

Aus diesen Daten kann anschließend automatisch ein Kreis- oder Tortendiagramm erzeugt werden.

Für Präsentationen lassen sich Kreisdiagramme außerdem direkt in PowerPoint oder Google Slides erstellen.

Wer Diagramme für Dashboards oder umfangreichere Auswertungen benötigt, kann beispielsweise Looker Studio, Microsoft Power BI oder Tableau verwenden.

Für Websites und individuelle Anwendungen gibt es zusätzlich JavaScript-Bibliotheken wie Chart.js oder Apache ECharts, mit denen sich interaktive Diagramme erzeugen lassen.

Kreisdiagramm oder Balkendiagramm?

Eine einfache Faustregel lautet:

Anteile eines Ganzen → Kreisdiagramm

Werte miteinander vergleichen → Balkendiagramm

Das ist natürlich keine unumstößliche Regel, hilft aber bei der Auswahl der passenden Diagrammart.

Wenn beispielsweise gezeigt werden soll, dass 60 Prozent eines Budgets für Personal verwendet werden, kann ein Kreisdiagramm gut funktionieren.

Sollen dagegen die Personalkosten von zehn Abteilungen miteinander verglichen werden, ist ein Balkendiagramm wahrscheinlich übersichtlicher.

Die beste Visualisierung ist am Ende nicht die spektakulärste, sondern diejenige, bei der Betrachter die Aussage möglichst schnell verstehen.

Ein Diagramm ersetzt keine Erklärung

Auch ein perfekt gestaltetes Kreisdiagramm kann nur die Daten darstellen, die ihm zugrunde liegen.

Es erklärt nicht automatisch, warum bestimmte Werte so hoch oder niedrig sind, ob die Daten vollständig sind oder welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden sollten.

Ein Diagramm sollte deshalb immer eine Aussage unterstützen – und nicht selbst zum Rätsel werden.

Und falls niemand mehr nachvollziehen kann, woher ein bestimmtes Kreissegment eigentlich stammt?

Dann kennen wir die Erklärung bereits:

Hier geschieht ein Wunder. 😉